Auf eine ausgewogene Beziehung zur Technik umsteigen

Was müssen wir ändern? Ein Aufruf zur Ideenfindung.

Bei der Produktvorstellung des MP02 in London hatte die geladene Diskussionsrunde einige interessante Dinge dazu zu sagen, wie die schleichende Technikabhängigkeit Menschen zu einem Verhalten bringt, das auf ganz eigentümliche Art und Weise unhöflich und respektlos ist.

Welche praktischen Schritte können wir hingegen gemeinsam und jeder für sich unternehmen, um im digitalen Zeitalter miteinander in Verbindung zu bleiben?

Hier bei Punkt. sammeln wir eine Liste mit Schritten, die wir alle gehen können. Diese reichen von der Art der Technik, die wir kaufen, bis hin zu der Rolle, die wir ihr in unserem Leben geben. Es geht darum, ein ausgewogenes Verhältnis zur Technik zu finden – anstatt schlicht jede auf Sucht konzipierte „geniale“ Technologie zu übernehmen, die neu auf den Markt kommt. Dieses Projekt soll keine von uns allein erstellte Liste, sondern ein gemeinsames Projekt sein. Deshalb haben wir ein breites Publikum eingeladen, uns eigene Vorschlägen mitzuteilen. Derzeit arbeiten wir an der umfangreichen Menge von Antworten und werden in Kürze darüber berichten.

Hier ein paar erste Gedanken, die wir zur Diskussion gestellt haben:

1) Vorbereitung auf den Wandel:

  • Überprüfen Sie Ihr Engagement in den sozialen Medien, indem Sie vielleicht Ihre Datenschutzeinstellungen verschärfen oder sich von einigen/allen Plattformen vollständig abmelden.
  • Entscheiden Sie, wer Freund und wer „Freund“ ist, dünnen Sie Ihre Kontaktlisten aus.
  • Senden Sie eine E-Mail an alle, die Sie kennen, und berichten Sie über das, was Sie tun. Vielleicht erklären Sie ihre Beweggründe, vielleicht auch nicht – das bleibt Ihnen überlassen. Sie können vielleicht einfach einen oder zwei Internet-Links einfügen, die diese Erklärung für Sie übernehmen.

2) Einige Vorschläge dazu, welche Gerätesammlung man haben sollte, außer dem schlicht besten Smartphone, das Sie sich leisten können (mit seinem winzigen Bildschirm, seiner schrecklichen Akkulaufzeit und seiner berüchtigten Tendenz zur Dominanz):

  • Sprachtelefon + kleines Tablet + Laptop
  • Smartphone + Sprachtelefon + Desktop-Computer
  • großes Smartphone + Festnetztelefon + Nutzung des Computers bei der Arbeit, plus Internetcafés
  • Festnetztelefon + Schreibmaschine + Flügel (wahre Geschichte!)

3) Welche neuen sozialen Normen und Erwartungen müssen wir in dieser Zeit des Wandels erschaffen und wecken?

  • Man darf mit Menschen telefonieren – dafür muss kein Notfall herrschen.
  • Es ist in Ordnung, nicht jeden Anruf anzunehmen. Wenn Sie beschäftigt sind, notieren Sie sich den verpassten Anruf und rufen Sie später zurück – oder lassen Sie sich nochmals anrufen. Kein Drama. Wenn es dringend ist, wird sich die Person wieder melden.
  • Die Kommunikation per Textnachricht kann oft langsam und ineffizient sein, sogar per QWERTZ-Tastatur – manche Leute tun das einfach nicht oft, auch nicht im 21. Jahrhundert.
  • Textnachrichten garantieren nicht automatisch eine schnellere Antwort als ein verpasster Anruf.
  • Telefonate dürfen kurz sein und auch nur wenige Sekunden dauern.
  • Wenn Sie zum ersten Mal Kontaktdaten mit jemandem austauschen, ist ein Hinweis auf Ihre bevorzugte Art der Kommunikation sinnvoll. Beispielsweise: „Ich habe normalerweise keine Zeit für Textnachrichten und E-Mail, ich telefoniere meist“ (Wenn Sie ein Sprachtelefon benutzen, geben Sie die Nummer der Person dort ein und veranschaulichen damit Ihren Standpunkt.)
  • Lassen Sie Ihre Freunde und Familie wissen, wann die beste Zeit ist, um mit Ihnen zu telefonieren. Dasselbe gilt für den Arbeitgeber oder Ihre Arbeitnehmer. Wenn Sie selbständig sind, legen Sie eventuell feste Bürozeiten fest.
  • Multitasking ist in der Regel ineffizient. Wenn Sie mit Menschen zusammen in einem Raum sind, ist Multitasking generell unhöflich.
  • Menschen, die bei Besprechungen am Arbeitsplatz ihr Telefon checken: Warum verbieten Unternehmen das nicht einfach?

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